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s gab noch keine Dampflokomotiven, keinen Russ und
­keinen Rauch, als Kaiser Franz I. und seine Gemahlin
Karolina Augusta 1832 mit der ersten Eisenbahn, noch mit
Pferden gezogen, die kurze Strecke von Linz nach St. Magdalena
reisten. Das war ein derartiges Ereignis, dass sogar ein kleines
Denkmal errichtet wurde, um an den hohen Besuch zu erinnern.
Schon vier Jahre später verlieh Kaiser Ferdinand I. das Privileg
für den Bau der ersten Dampfeisenbahn Österreichs. Die Initiative
ging von Salomon Freiherr von Rothschild aus, der die Vorteile der
Eisenbahn wohl schon aus England kannte, wo seit 1825 Züge
rollten. So war es auch verständlich, dass die erste Lokomotive
für die österreichische Bahn noch in England gebaut wurde, und
bereits 1837 dampfte die „Nordbahn“ von Floridsdorf nach Wagram
im Marchfeld. 1857 befuhr ein weiterer Hofwagen die Südbahn
und die Kaiserin Elisabeth-Bahn, 1863 lieferte die Hamburger
Firma Lauenstein einen dreiachsigen Hofwagen, noch mit offenen
Plattformen an die Carl Ludwig-Bahn, und 1864 einen weiteren an
die Kaiser Ferdinand-Nordbahn. In unglaublicher Schnelligkeit wurde
die Eisenbahn ausgebaut, und wenn es 1840 innerhalb Europas
3.000 Kilometer Eisenbahnschienen gab, so waren es 1860 bereits
50.000, und um 1900 erstreckte sich das Eisenbahnnetz auf
­insgesamt 300.000 Kilometer.
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